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Was bisher geschah Durch einen Zeitungsartikel, veröffentlicht am 2. Nov. 2003 in "Sonntag Aktuell", wurde erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, dass die Fa. Märker plante, zur Befeuerung eines geplanten und neu zu bauenden Kalkschachtbrennofens flüssige Chemieabfälle aus Italien einzusetzen. Danach wollte die Fa. Märker für den Einsatz solcher Brennstoffe eine Betriebsgenehmigung bzw. die Änderung bereits erteilter Genehmigungen beantragen. Durch diese Meldung alarmiert, haben die späteren Initiatorinnen und Initiatoren der BI zunächst versucht, bei der Gemeinde Blaustein und den Behörden nähere Informationen zu erhalten, was jedoch nicht zu wesentlichen weiteren Erkenntnissen führte. Um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und über diese Planungen der Fa. Märker zu informieren, wurde Anfang Januar 2004 eine Unterschriftenliste initiiert. Zwischenzeitlich war der geplante Ofen mehrfach Gegenstand weiterer Berichterstattung in der Presse. Mitte März 2004 konstituierte sich die Bürgerinitiative aus Bewohnern von Blaustein und vom Ulmer Eselsberg mit dem Ziel, nach Möglichkeit den Einsatz von Chemieabfällen bei der Befeuerung des neuen Kalkschachbrennofens zu verhindern, weil nach Rücksprache mit Fachleuten nach unserer Auffassung zu befürchten war, dass die Verbrennung von Chemieabfällen zu erheblichen gesundheitsgefährdenden Belastungen mit Dioxinen und anderen giftigen Emissionen führen würde. Um die Öffentlichkeit über ihre Planungen in Kenntnis zu setzen, wohl auch um manchem Informationsdefizit zu begegnen und der entstehenden öffentlichen Unruhe entgegenzuwirken, führte die Fa. Märker am 27. März 2004 eine Informationsveranstaltung in ihrem Werk in Harburg im Donauries durch, in der ähnliche Kalkbrennprozesse, wie sie in Herrlingen geplant waren, bereits laufen. An dieser Veranstaltung nahmen auch mehrere Mitglieder der BI teil. Dabei wurden die Pläne der Fa. Märker offen erläutert und kritisch diskutiert. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits etwa 500 Bürger aus Blaustein und Ulm die Unterschriftenliste, mit der die Fa. Märker aufgefordert worden war, auf ihre Pläne zu verzichten, unterzeichnet. Nur sechs Tage später am Vorabend der Auftaktveranstaltung unserer BI, dem 1. April 2004, gab die Fa. Märker zu unserer Überraschung bekannt, daß sie derzeit auf den Einsatz von flüssigen Chemieabfällen verzichte und statt dessen Braunkohlestaub einsetzen wolle. Sie begründete dies damit, dass im Laufe der vorausgegangenen Presseberichterstattung der Lieferant des Chemieabfalls bekannt geworden sei, weshalb sie es nicht als gewährleistet ansehe, dass bei Abschluss des Genehmigungsverfahrens der "Brennstoff" noch zur Verfügung stehe. Nach dieser überraschenden Wendung fand am 2. April 2004 die Auftaktveranstaltung unserer BI im Bürgerzentrum am Eselsberg/Ulm statt. Trotz der missverständlichen Berichterstattung in der Presse am Tag der Veranstaltung war der Saal mit über 170 interessierten Besuchern voll bis auf den letzten Platz. Dies hat auch für uns nochmals gezeigt, in welchem Maße die Bevölkerung in Blaustein und am Eselsberg über die ursprünglichen Absichten der Fa. Märker beunruhigt war. An dieser Veranstaltung nahm auf eigenen Wunsch, dem wir gerne entsprochen haben, auch der Geschäftsführer der Fa. Märker, Herr Prof. Dr. Blumbach teil. Er erläuterte nochmals die neuesten Planungen der Fa. Märker und stellte klar, dass sich die Fa. Märker die Option offenhalte, zu einem späteren Zeitpunkt auf die ursprünglichen Pläne, Chemieabfälle zur Befeuerung des Kalkschachtofens einzusetzen, zurück zu kommen. Mit großem Interesse haben die Besucher der Veranstaltung dann die Vorträge unserer Fachreferenten verfolgt. Herr Dr. Barzcok, Lungenfacharzt aus Ulm wies auf die gesundheitlichen Gefahren der Emissionen solcher Verbrennungsanlagen und die besondere Problematik des Standorts Herrlingen für die Luftschadstoffsituation in Ulm hin. Herr Scholz, Regionalgeschäftsführer des BUND Umweltzentrums Ulm, erläuterte den Ablauf des Genehmigungsverfahrens und bewertete das neue Vorhaben der Fa. Märker aus seiner Sicht. Prof. Dr. Ballschmiter wies abschließend darauf hin, dass auch die Verbrennung von Braunkohlestaub aus seiner Sicht nicht unbedenklich sei. Die Veranstaltung war aus unserer Sicht nicht nur wegen des derzeitigen Verzichts der Fa. Märker auf die Verbrennung von Chemieabfällen ein voller Erfolg. Unserer Initiative haben sich nach dieser Veranstaltung 25 weitere Mitglieder angeschlossen. Bisher haben wir uns über die Risiken der Braunkohlestaubverbrennung informiert. Außerdem bemühen wir uns, schnellstmöglich die Homepage als Informationsmedium für eine interessierte Öffentlichkeit zu erstellen. Wir wollen weiterhin in der Öffentlichkeit präsent bleiben und die weiteren Pläne der Fa. Märker kritisch begleiten. Nachdem wir uns umfangreich über den Antrag der Fa. Märker zur Umrüstung des Kalkschachtofens auf Braunkohlestaubbefeuerung informiert hatten, haben wir dem Landratsamt einen Brief mit unseren Bedenken geschickt. Offene Fragen konnten wir dann direkt bei der Infoveranstaltung der Firma Märker an den zuständigen Ingenieur oder an Herrn Prof. Dr. Blumbach direkt stellen. Der Gemeinderat hat dem Änderungsantrag der Firma Märker zur Umrüstung des Kalkschachtofens in seiner Sitzung am 21.09.2004 zugestimmt. An dieser Stelle sei noch einmal angemerkt, dass die Gemeinde nur über den Bauantrag abstimmen kann. Alle weiteren Punkte des Antrags werden vom Landratsamt entschieden. Das Landratsamt hat den Antrag der Firma Märker Ende November 2004 genehmigt. Leider war davon nichts in der Presse oder dem Gemeindeblatt (Blausteiner Nachrichten) zu lesen. Am 20.10.2005 wurde der umgebaute Ofen 3 offiziell eingeweiht. Ob der Ofen noch im Testbetrieb ist, konnten wir bisher noch nicht klären. Die versprochene Veröffentlichung der Emissionswerte des Ofen 3 ist bisher nicht geschehen. Über Neuigkeiten werden wir Sie an dieser Stelle informieren. Fragen und Anregungen nehmen wir gerne entgegen. |